Bemerkungen zum Fotoarchiv
Das Fotoarchiv der Firma SAURER umfasst zur Hauptsache Aufnahmen von Produkten, Produktionsanlagen und Bauten. Dazu kommen einige alte Aufnahmen von Personen aus der Familie Saurer. Seit etwa 1905 wurden die Fotos d.h. die Negative und ihre Abzüge fortlaufend nummeriert und in einem Verzeichnis registriert. Dieses umfasst mehrere in Halbleder gebundene Registerbände im Folioformat mit vorgedruckten fortlaufenden Nummern, bei denen kurze Bildlegenden eingetragen sind. Auf diese Weise wurden bis Anfang der 1970er Jahre über 33’000 Fotografien registriert.
Negative
Für alle älteren Aufnahmen dürften fotografische (Glas-) Platten im Format von ungefähr 13×18 cm als Negativmaterial verwendet worden sein. Davon stellte man Kontaktabzüge her, anfänglich auf bräunlich getöntes, dann auf grauwertiges Papier. Seit wann anstelle der Platten allenfalls Planfilme im Format 13×18 cm zur Anwendung gekommen waren, liess sich nicht feststellen, denn es sind nur sehr wenig Platten und Filme erhalten. Zu einem unbekannten Zeitpunkt wurden dann die bis heute üblichen Planfilme für Fachkameras (4×5 Inches) eingeführt. Seite den 1930er Jahren wurden auch Aufnahmen mit Rollfilmkameras für Negativformate von 6×6 cm und 24×36 mm gemacht. Die einzelnen Bilder auf diesen Filmen sind im Fotoverzeichnis nicht erfasst. Soweit ersichtlich, stellte man von gewissen Negativen Grosskopien her und nahm nur diese im Verzeichnis auf. Dieses umfasst deshalb bei weitem nicht alle für die Firma SAURER gemachten Aufnahmen. Verzeichnisse zu den Rollfilmen gibt es nicht. Die Filme sind, entsprechend ihren Formaten, in zwei Serien (6×6 cm und 24×36 mm) fortlaufend nummeriert und werden gerollt in Schachteln aufbewahrt. Zugriff zu den Bildern hat man am einfachsten über die mit der Filmnummer versehenen und in Ringordnern archivierten Kontaktkopien.
Vergrösserungen
Je einen Abzug der grossformatigen Negative klebte man in der Reihenfolge der Nummern in grosse Alben ein, die ihrerseits fortlaufend nummeriert wurden. Dieses System behielt man bis in die 1950er Jahre hinein bei. Abgelöst wurde es durch die Archivierung in Karteischränken. Das Negativ (meistens 4×5 Inches) steckt in einem Couvert, auf dem aussen ein Abzug oder eine Vergrösserung aufgeklebt und die Nummer gestempelt ist. [1] Vor etwa 20 bis 30 Jahren (Stand 1986) verschwanden bei einer Räumung des Archivs fast sämtliche Glasplatten wohl auch ein Teil der Planfilme. Bevor man das Material in die Seeaufschüttung nördlich des Werk I warf, bemühte man sich offenbar, von jedem Negativ mindestens einen Abzug zu haben. Von einigen alten Platten stellte man noch Abzüge her. Heute sollte von jeder Aufnahme ein Abzug in den Alben vorhanden sein. Die älteren Bilder löste man aus den Alben heraus und bewahrte sie in Plastiktaschen zu ungefähr 100 Stück in den Karteischränken auf. Dadurch sollte das Reproduzieren erleichtert werden.
[1] Offenbar wurden die alten Glasplatten ebenfalls in solchen Couverts aufbewahrt. Einen Teil der alten Couverts, die alle leer sind, behielt man wegen der aufgeklebten Abzüge drauf.
Neben den nummerierten Alben finden sich im Fotoarchiv noch einige alte Spezial-Alben, die Bilder gewisser Produkte enthalten. [2] Einige alte Fotos fanden keine Aufnahme im Verzeichnis. Es sind dies Bilder, welche in einem Album mit dem Titel „Etablissement Saurer“ eingeklebt sind und keine Nummern tragen, sowie einige, die sich nicht auf das Verzeichnis beziehen. (Die Couverts, welche früher wahrscheinlich die entsprechenden Negativplatten enthielten, werden in den Karteischränke aufbewahrt.) Bei diesen nicht registrierten Bildern handelt es sich durchwegs um Blaupausen. Ebenfalls nicht verzeichnet sind Serien von Fotos, die von auswärtigen Fotografen aufgenommen wurden. Sie tragen Nummern mit den Buchstaben „RE“ oder „V“.
Datierung der Fotografien
Im Verzeichnis sind auf verschiedene Art und Weise Daten angebracht. Manchmal finden sich Jahreszahlen am oberen Rand der Seiten. Sie beziehen sich wahrscheinlich auf alle auf der Seite verzeichneten Fotos. Stehen Daten am seitlichen Rand (meistens Jahr und Monat), gelten sie für die nebenstehenden und die darunter folgenden Fotos, in der Regel bis zur nächsten Datumsangabe. Im Inventar werden verschiedene Datierungen wie folgt dargestellt:
1917 – Diese Fotografie ist im Verzeichnis datiert.
(1917) – Das Datum findet sich oben auf der Seite des Verzeichnisses.
um 1917 – Das Datum ist anhand vorhergehender und folgender Daten geschätzt.
Zustand der Fotografien
Einige der alten Papierabzüge sind stark verblichen. Die nicht mehr eingeklebten Bilder weisen zum Teil Risse oder zerstossene Ränder auf.
Auswertung des Fotoarchives
Aus insgesamt etwa 33’000 Fotografieren, welche im Zeitraum von 1905 bis ca. 1988 entstanden sind, fehlen geschätzt rund 8’000 Fotos. Wie und wo diese Fotos hingelangt sind, ist unbekannt. Im Internet oder Privathaushalten tauchen immer wieder Fotos mit Inventarnummern auf. Von verschiedenen Seiten werden immer wieder die gleichen Namen erwähnt, die mit dem Verschwinden der Fotos in Zusammenhang gebracht werden.
Digitalisierung der Fotoarchives
Sämtliche Fotografien, die im Archiv vorhanden sind, wurden in Fronarbeit digitalisiert. Jedes Bild wurde mit einer Auflösung 300dpi gescannt und im Bildformat TIF auf dem Server der Museumsgesellschaft gespeichert. Für das Hochladen der Fotos in die Inventar-Datenbank sind alle Bilder mittels Stapelverarbeitung in das Bildformat JPG konvertiert worden. Die Qualität ist auf Stufe hoch gewählt, doch in der Speichergrösse klein. Farbfotos mit einem Orange-Stich oder mit verblassten Farben wurden mittels Photoshop in der Farbqualität optimiert. Alle Optimierungen, die mit Photoshop durchgeführt wurden, betreffen nur die JPG-Bilder. TIF-Bilder wurden so, wie sie gescannt wurden, als Rohdaten belassen.
[2] Diese Aufnahmen sind auch in den nummerierten Alben enthalten.
Folianten
Die Folianten befinden sich in einem guten Zustand. Die Schrift ist nicht verblichen und gut leserlich. Dennoch ist es sehr schwierig die ersten Folianten zu lesen, da die Inhalte in alter Schrift geschrieben sind. Im ersten Arbeitsschritt wurden die Folianten Seite um Seite abfotografiert. Danach wurde jede Zeile in eine Excel Tabelle für den späteren Daten-Import in die Archiv-Datenbank übertragen.
Beim Abschreiben haben sich Fehler eingeschlichen oder einige Inhalte konnten nicht entziffert werden. Diese Zeilen sind, so gut es ging, übertragen worden oder mit ??? gekennzeichnet.
Archiv-Datenbank Collectr
Nach einem sorgfältigem Auswahlverfahren wurde Collectr als die beste Lösung für unsere Datenbank beurteilt. Collectr ist ein Schweizer Produkt und in den Kantonen St. Gallen und Thurgau verbreitet; es wird den Museen kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Folianten-Excel-Import stellte keine Probleme dar und war in kurzer Zeit erledigt. Anschliessend wurde jedes einzelne Bild in die Datenbank hochgeladen.
