{"id":391,"date":"2026-05-19T17:37:28","date_gmt":"2026-05-19T17:37:28","guid":{"rendered":"https:\/\/saurer-archiv.ch\/?p=391"},"modified":"2026-06-15T05:43:28","modified_gmt":"2026-06-15T03:43:28","slug":"f-xaver-suter-kv-lehrzeit-1972-1975","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/saurer-archiv.ch\/en\/f-xaver-suter-kv-lehrzeit-1972-1975\/","title":{"rendered":"F. Xaver Suter"},"content":{"rendered":"<h3><strong>KV-Lehre 1972-1975<\/strong><\/h3>\n<p>Ich machte eine KV-Lehre bei Saurer Arbon und kam so alle 3\u20134 Monate in eine andere Abteilung.<\/p>\n<p>In der ersten Abteilung war ich in der Registratur beim Kundendienst\/Verkauf Nutzfahrzeuge. Ich habe dort unter anderem geholfen, die Korrespondenz von und an Kunden abzulegen; ebenso Offerten oder Reklamationen. Es waren in der Regi (so wurde sie abgek\u00fcrzt) mehrere Personen t\u00e4tig.<\/p>\n<p>Einmal wurde ich beauftragt, eine Offerte oder Kaufvertrag dem Prokuristen in einer F\u00e4chermappe zur Unterschrift vorbeizubringen. Man sagte mir, die Mappe m\u00fcsse links von seinem Arbeitsplatz hingelegt werden, wenn er nicht im B\u00fcro sei. Wenn ich das nicht einhalte, werde er schimpfen kommen. Ich fragte dann die Leute im B\u00fcro, warum ich das links hinlegen m\u00fcsse. Niemand konnte es mir erkl\u00e4ren; so habe ich sie dann rechts hingelegt, weil ich wissen wollte, warum das so gew\u00fcnscht wird.<\/p>\n<p>Und prompt kam der Prokurist und fragte, wer die Unterschriftenmappe rechts hingelegt h\u00e4tte. Ich meldete mich und sagte, dass ich dies mit Absicht gemacht h\u00e4tte, denn niemand habe mir den Grund sagen k\u00f6nnen, warum das links liegen m\u00fcsse. So hat er es mir erkl\u00e4rt; die Anwesenden haben es dann auch geh\u00f6rt. Dann hat er mich gelobt, dass ich mir bei der Arbeit etwas gedacht h\u00e4tte.<\/p>\n<h4 style=\"margin-top: 30px;\"><strong>Erfahrungen in der Buchhaltung<\/strong><\/h4>\n<p>Eine Station war auch die Finanzbuchhaltung, wo eine sehr ged\u00e4mpfte Stimmung herrschte. Ich konnte das dann etwas auflockern und man sagte mir im B\u00fcro: \u00abSch\u00f6n, dass du etwas zur Auflockerung beitragen konntest.\u00bb Einmal wurde ich f\u00fcr eine Woche dem Mitarbeiter zugeteilt, der sich mit Fremdw\u00e4hrungen herumschlagen musste. Und am letzten Tag der Woche meinte der B\u00fcrochef, ich solle ihm vom Nachbarsb\u00fcro Kontobl\u00e4tter bringen. Ich sagte, ich sei diese Woche nicht f\u00fcr ihn zust\u00e4ndig. Er wurde lauter; ich schaute meinen Betreuer an, der schliesslich nickte. Also ging ich ins Nachbarsb\u00fcro, dr\u00fcckte die T\u00fcrfalle herunter und trottete die Kontobl\u00e4tter holen. Die Leute in dem B\u00fcro fragten mich: \u00abWas ist denn mit Ihnen los?\u00bb Ich antwortete, dass ich mir wie ein Elefant im Porzellanladen vork\u00e4me, wo einer \u2026<\/p>\n<p>Als ich dann das B\u00fcro wieder verliess, stand im Gang der B\u00fcrochef und sagte: \u00abLehrling, ich wollte nur testen, ob Sie die Nerven verlieren.\u00bb<\/p>\n<h4 style=\"margin-top: 30px;\"><strong>Zeit im Giessereib\u00fcro<\/strong><\/h4>\n<p>Eine Station war auch das Giessereib\u00fcro. Da verstand ich mich gut mit dem Zust\u00e4ndigen der Br\u00fcckenwaage. An heissen Sommertagen musste mit dem Wasserschlauch das Blechh\u00fcttli gek\u00fchlt werden. Wenn eine W\u00e4gung angek\u00fcndigt wurde, konnte man vork\u00fchlen; sonst war das eine heisse Sache. Und der Lehrlingsbetreuer dort hat mir am Anfang gesagt, wenn ich irgendwohin gehe, m\u00fcsse ich es ihm sagen. Und er kontrollierte es auch, was ich l\u00e4stig fand. Der B\u00fcrochef war ein Schulkollege meiner Mutter; sie war in Arbon aufgewachsen, ich hingegen in Basel. Ich habe ihm einen Gruss von ihr ausgerichtet. Eines Tages kam er nach dem Mittagessen zu mir und teilte mir mit, im Haus meiner Tante brenne es; ich soll hingehen und sehen, ob ich etwas helfen k\u00f6nne. So ging ich hin, musste aber nicht helfen.<\/p>\n<p>In der zweitletzten Woche im Giessereib\u00fcro sagte ich dann dem Lehrlingsbetreuer: \u00abSo jetzt kommt eine ruhige Zeit und Sie m\u00fcssen nicht mehr dem Lehrling hinterherlaufen.\u00bb Er war ganz verunsichert und ich bekam ab dann t\u00e4glich etwas aus seinem Garten zum Zn\u00fcni oder Zvieri.<\/p>\n<h4 style=\"margin-top: 30px;\"><strong>R\u00fcckblick<\/strong><\/h4>\n<p>Sch\u00f6n war die Zeit bei Saurer Arbon. Nach der Lehre blieb ich noch 1 1\/2 Jahre in der MAP als technischer Berichteschreiber f\u00fcr die Produktion oder Konstruktionsb\u00fcro wie auch Einkauf etc. Es zog mich dann wieder in meine Geburtsstadt Basel, wo ich noch in der Rep\u2019-Werkstatt von Saurer Basel Rechnungen schrieb. Anschliessend wechselte ich zum Staat Basel, wo ich w\u00e4hrend 40 Dienstjahren im Rechnungswesen t\u00e4tig war.<\/p>\n<hr style=\"margin: 40px 0;\" \/>\n<p><em>11. August 2024 \u2013 F. Xaver Suter<\/em><br \/>\n<a class=\"mein-button\" href=\"https:\/\/saurer-archiv.ch\/en\/anekdoten-lehrzeit\/\"><br \/>\n\u2190 Zur \u00dcbersicht Anekdoten<br \/>\n<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>KV-Lehre 1972-1975 Ich machte eine KV-Lehre bei Saurer Arbon und kam so alle 3\u20134 Monate in eine andere Abteilung. 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