{"id":389,"date":"2026-05-19T17:36:57","date_gmt":"2026-05-19T17:36:57","guid":{"rendered":"https:\/\/saurer-archiv.ch\/?p=389"},"modified":"2026-06-15T05:43:53","modified_gmt":"2026-06-15T03:43:53","slug":"max-buehler-modellschreiner-lehrzeit-1968-1972","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/saurer-archiv.ch\/en\/max-buehler-modellschreiner-lehrzeit-1968-1972\/","title":{"rendered":"Max B\u00fchler"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Modellschreinerlehre 1968-1972<\/strong><\/h3>\n<p>Nach bestandenem Eignungstest bekam ich die Zusage, bei SAURER die Modellschreinerlehre machen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Mein Grossvater (damals Schmied bei der Traktorenfabrik B\u00fchrer) meinte, dass ich ein grosses Gl\u00fcck h\u00e4tte, bei einer solchen Firma die Lehre zu machen.<\/p>\n<p>Am Eintrittstag wurde mein Lehrlingskollege und ich mit dem B\u00fcssli ins Werk 2 gebracht. Zuvor hatte uns Herr Luzzi Gross eine Einf\u00fchrung gegeben und den Tagesablauf erkl\u00e4rt. Unter anderem erfuhren wir, dass jeder Lehrling eine kurze Zn\u00fcnipause machen d\u00fcrfe. Mit diesem Wissen wurden wir in der Modellschreinerei abgeliefert. Dort nahm uns Herr Henauer, dazumal Meister, und Herr Willi Protzer, Lehrlingsausbildner, in Empfang.<\/p>\n<p><strong>Nach kurzer Einf\u00fchrung ging es schon los.<\/strong><\/p>\n<p>Im Mittelboden (Holzlager) ein geeignetes Brett holen und nach oben schleppen. Mit der Hands\u00e4ge das Brett zuschneiden und mit dem Handhobel bearbeiten. Bei mir ging das allerdings nicht, weil der Hobelbank f\u00fcr mich zu hoch war. Also kurzerhand dessen Beine k\u00fcrzen, damit er f\u00fcr mich passte.<\/p>\n<p>Dann war es bereits Zeit f\u00fcr unsere erste Zn\u00fcnipause. Mein Kollege und ich nahmen auf dem Hobelbank Platz und freuten uns auf das Zn\u00fcnibrot. Kaum ausgepackt, \u00abd\u00fcste\u00bb Herr Protzer um die Ecke. Mit hochrotem Kopf erteilte er uns eine Lektion in Sachen Zn\u00fcniessen. \u00abBei uns wird w\u00e4hrend der Arbeit und im Stehen gegessen. Hier sitzt niemand.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Am Freitag mussten wir Stiften immer die Maschinen putzen.<\/strong><\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6rte auch eine Drehbank mit Keilriemenantrieb. Um diese reinigen zu k\u00f6nnen, musste man auf der Leiter ca. 3 Meter hochsteigen. Das hielt aber Herrn Henauer nicht ab, nachzupr\u00fcfen, ob die Antriebsr\u00e4der und Speichen sauber seien. Mit dem Zeigefinger fuhr er dem Rad entlang und strich uns das Resultat auf die Wange.<\/p>\n<p>Um den Kl\u00f6tzliboden zu putzen, mussten wir in der Werkzeugausgabe jeweils einen Reisbesen ausfassen. Mein Besen hatte kaum noch Borsten und Putzen war damit unm\u00f6glich. Also beschwerte ich mich und wollte einen besseren Besen haben. \u00abF\u00fcr die Stiften reicht der Besen allemal\u00bb, war die Antwort. Etwas erz\u00fcrnt habe ich den Besen einfach zers\u00e4gt. Dass dies eine schlechte Idee war, erfuhr ich sogleich. Antraben bei Herrn Henauer und Strafarbeit am Samstagmorgen.<\/p>\n<p><strong>Gratis Maschinen putzen.<\/strong><\/p>\n<p>Mehr als ein halbes Jahr mussten wir alle Arbeiten am Holz von Hand ausf\u00fchren. Dazu geh\u00f6rten auch die wichtigsten Holzverbindungen. Maschinen ben\u00fctzen strengstens verboten.<\/p>\n<p>Eines Tages (ich war schon Stunden mit der Feile besch\u00e4ftigt und die Winkel wollten einfach nicht stimmen) entschloss ich mich nach kurzer Abwesenheit von Herrn Protzer, die Schleifmaschine zu benutzen. Damit das nicht auffiel, habe ich noch etwas mit dem Schleifpapier nachgeholfen. Dann habe ich mein Lehrst\u00fcck zur Kontrolle gegeben. Alle Winkel und Masse wurden gepr\u00fcft.<\/p>\n<p><strong>Kommentar vom Lehrmeister:<\/strong><\/p>\n<p>\u00abB\u00fchler\u00bb, \u2013 wir wurden nie mit dem Vornamen angesprochen \u2013, \u00abes geht doch!\u00bb Total aufgestellt, wenn auch im Bewusstsein, dass ich geschummelt hatte, freute ich mich auf die n\u00e4chste Aufgabe. \u00abB\u00fchler, chum mit\u00bb, lautete die Aufforderung. Zusammen gingen wir Richtung Bands\u00e4ge. Kurz eingeschaltet, schob Herr Protzer mein Lehrst\u00fcck durch die S\u00e4ge und die entstandenen Teile in die Holzkiste.<\/p>\n<p>\u00abSo, B\u00fchler, jetzt mached mer alles nomol, ohni Schliefmaschine.\u00bb<\/p>\n<hr style=\"margin: 40px 0;\" \/>\n<p><em>9. August 2024 \u2013 Max B\u00fchler<\/em><br \/>\n<a class=\"mein-button\" href=\"https:\/\/saurer-archiv.ch\/en\/anekdoten-lehrzeit\/\"><br \/>\n\u2190 Zur \u00dcbersicht Anekdoten<br \/>\n<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Modellschreinerlehre 1968-1972 Nach bestandenem Eignungstest bekam ich die Zusage, bei SAURER die Modellschreinerlehre machen zu k\u00f6nnen. 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